- 12.09.–22.11.2026
- Ausstellung · Aktuell
Bittersweet Symphony
Über Sucht und Verantwortung
“I can change, I can change, I can change —
but I’m here in my mold.”
— The Verve, Bittersweet Symphony (1997)
Bittersweet Symphony bringt Arbeiten von Stefanie Moshammer (Each Poison, A Pillow) und Eric Meier (Vaterland) in einen leisen, aber eindringlichen Dialog über Alkoholsucht – poetisch verschlüsselt und dokumentarisch konfrontativ, stets mit dem Blick auf das persönlich Unausgesprochene und das gesellschaftlich Verdrängte.
Stefanie Moshammer entwickelt eine vielschichtige Arbeit aus Fotografien, Objekten und Videoarbeiten, die sich der Alkoholsucht ihrer Mutter aus einer persönlichen Perspektive nähert. Ihre Bild- und Materialsprache oszilliert zwischen Nähe und Distanz, Kontrolle und Verletzlichkeit. Fragmentarische Arrangements, Texte und bewegte Bilder eröffnen einen Raum, in dem Scham, Verantwortung und Fürsorge sichtbar werden, ohne festgeschrieben zu sein.
Eric Meier hingegen porträtiert alkoholkranke Männer aus einer Wohnstätte in Eisenhüttenstadt – viele von ihnen geprägt von Brüchen und Ausschlüssen der Nachwendezeit. Seine Aufnahmen sind nicht voyeuristisch, sondern von großer Nähe und Respekt getragen. Sie zeigen Menschen, die gesellschaftlich unsichtbar geworden sind, mit einer Würde, die im Stillen wirkt. Meiers Arbeiten reflektieren Männlichkeitsbilder, soziale Isolation und eine Sprache, in der gesellschaftliche Klischees nachhallen, aber kaum Raum für echte Begegnung bleibt.
Die Ausstellung schafft keine falsche Versöhnung. Sie stellt Fragen – nach Verantwortung, nach Herkunft, nach Scheitern und Wiederholung. Zwischen intimer Bildsprache und struktureller Analyse eröffnet Bittersweet Symphony einen Raum, der keine Antworten vorgibt, sondern ein Nachdenken über das Unsagbare ermöglicht.
Kuratiert von Katharina Schilling
Kuratorische Assistenz: Tatjana Rotfuß
- Eric Meier
- Stefanie Moshammer
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Dienstag06.10.2618:00 UhrGalerie im Saalbau
Lesung mit Mia Gatow aus „Rausch und Klarheit“
moderiert von Jenny BühlerMia Gatow liest aus Rausch und Klarheit – über Alkohol, Abhängigkeit, Familie und den Weg in ein nüchternes Leben. Im Gespräch mit Jenny Bühler geht es um persönliche Erfahrungen und eine Gesellschaft, in der Alkohol selbstverständlich dazugehört, während Abhängigkeit oft tabuisiert wird.
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